Archiv der Kategorie: Mitten im Leben

tmah018 Multaka: Treffpunkt Museum

Im Projekt „Multaka: Treffpunkt Museum“ bilden vier Berliner Museen syrische und irakische Geflüchtete zu Guides fort, damit diese Führungen für andere Geflüchtete und Newcomer anbieten. Kostenlos und niedrigschwellig schaffen diese Führungen Raum, um sich über Migration, geteiltes Erbe und parallele Geschichte auszutauschen. Ursprünglich auf Arabisch angelegt, gibt es mittlerweile auch deutsche und englische Führungen und überhaupt erfreut sich das vom Museum für Islamische Kunst initiierte Projekt großer Beliebtheit.
Wie das Projekt begann, expandiert und bei den Guides und dem Publikum ankommt, erzählt uns die Ko-Koordinatorin von Multaka, Salma Jreige.

Links:

Multaka: Informationen zum Projekt und Führungen & Workshops

Mit seinem Netzwerk hat das Syrian Heritage Archive Project beim Aufbau von Multaka geholfen. Das Projekt dokumentiert das syrische Kulturebe.

An Multaka teilnehmende Museen:
Museum für Islamische Kunst
Vorderasiatisches Museum
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Deutsches Historisches Museum

tmah017 Arabische Dichtung

Wir blicken ins 9. Jh.: Im Kontext der beiden Dichter Abu Tammam und Ibn al-Rumi, die den modernen Stil prägten, ergründen wir die Rolle der Arabischen Dichtung am Hof und für die Eliten.
Wie sich arabische Dichtung entwickelte, wer für wen dichtete und warum Abu Tammam und Ibn al-Rumi besonders waren, erklärt uns Prof. Dr. Beatrice Gründler, Leiterin des Seminars für Arabistik an der Freien Universität Berlin.

Lesetipps:

Gründler, Beatrice (2015): The Life and Times of Abū Tammām by Abū Bakr Muḥammad ibn Yaḥyā al-Ṣūlī preceded by al-Ṣūlī’s Epistle to Abū l-Layth Muzāḥim ibn Fātik. New York.

Gründler, Beatrice (2003): Medieval Arabic Praise Poetry: Ibn al-Rūmī and the Patron’s Redemption. London.

Bauer, Thomas (1998): Liebe und Liebesdichtung in der arabischen Welt des 9. und 10. Jahrhunderts. Eine literatur- und mentalitätsgeschichtliche Studie des arabischen Ġazal. Wiesbaden.

Bauer, Thomas (1992): Altarabische Dichtkunst. Eine Untersuchung ihrer Struktur und Entwicklung am Beispiel der Onagerepisode. Teil I: Studie. Teil II: Texte. 2 Bde.

tmah015 Museum für Islamische Kunst

Seit über 100 Jahren stellt das Museum für Islamische Kunst in Berlin Architektur, Keramik, Buchmalerei und vieles mehr aus der islamischen Welt aus. Welche Idee hinter der Gründung des Museums steckte und in welcher gesellschaftlichen Rolle es sich heute sieht, erklärt uns der Direktor, Prof. Dr. Stefan Weber.

tmah014 Der Kadi und seine Zeugen

Vor etwa 40 Jahren entdeckte die Kuratorin des Islamischen Museums in Jerusalem, Amal Abu l-Hajj, völlig unverhofft einen Schatz: In einer Ecke des Museums fand sie ganze Stapel von Rechtspapieren, die aus dem 14. Jh. stammten und die Arbeit eines Jerusalemer Richters dokumentierten. Diese einzigartigen Zeitzeugen lassen uns in die Praxis des Islamischen Rechts in einer Stadt unter mamlukischer Herrschaft eintauchen und geben seltene Einblicke in den Arbeitsalltag eines Gerichts.
Welche Rolle dabei der Kadi und seine Zeugen spielten und wie diese Dokumente unser Bild vom Islamischen Recht verändern, erklärt uns Dr. Christian Müller vom Institut de recherche et d’histoire des textes in Paris.

Lesetipps:

Makdisi, George (1981): The Rise of Colleges. Institutions of Learning in Islam and the West. Edinburgh.

Müller, Christian (2013): Der Kadi und seine Zeugen. Wiesbaden.

Powers, David (2002): Law, Society, and Culture in the Maghrib 1300-1500. Cambridge.

Schacht, Joseph (1982): An Introduction to Islamic Law. Oxford.

Links:

Historische Rechtsdokumente im Corpus of Arabic Legal Documents (CALD): Islamic Law Materialized. „This online presentation is the first ever collection of scattered editions of legal documents from the 2nd/8th to the 9th/15th century, often with improved readings compared to earlier print versions. Documents are presented with the Arabic text in modern spelling and with full bibliographical data.“

Für die Suche nach Gelehrten und berühmten Persönlichkeiten aus der islamischen Geschichte: Onomasticon Arabicum. „Onomasticon Arabicum (OA) is a long-living database project. This new online-version informs on more than 27000 scholars and celebrities from the first Muslim millenary. Its entries in Arabic are compiled from ancient biographical dictionaries, a veritable treasure of Islamic culture. Crossed search allows separate interrogation on any of the different elements of the Arabo-Muslim names, dates and places, reconstructing the identity of a person, trace ways of knowledge transmission and frame historical contexts.“

tmah013 Notizbuch eines Webers

Seit über 100 Jahren schlummerte in der Forschungsbibliothek Gotha ein Schatz: das Notizbuch des Webers Kamal ad-Din aus Aleppo, der im 16. Jh. seine Begegnungen mit Offizieren, Händlern und Bekannten anderer Religionen aufschrieb. Somit gibt er uns einzigartige Einblicke in den Alltag im osmanischen Syrien, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen.
Unabhängig voneinander haben Prof. Dr. Kristina Richardson (City University of New York) und Dr. Boris Liebrenz (FU Berlin) dieses Notizbuch vor einigen Jahren entdeckt und werden es demnächst als Edition (gedrucktes Buch mit wissenschaftlichen Studien) veröffentlichen. Als exklusive Sneak-Preview spreche ich in dieser Episode mit Boris über die Geschichte dieses (bislang) einzigartigen Notizbuches, seine Inhalte und seine Bedeutung für die historische Forschung.

Lesetipps zur Vertiefung:

Liebrenz, Boris und Richardson, Kristina (Hgs.) (2021): The Notebook of Kamāl al-Dīn the Weaver. Beirut.

Liebrenz, Boris (2016): Die Rifāʿīya aus Damaskus. Eine Privatbibliothek im osmanischen Syrien und ihr kulturelles Umfeld. Leiden.

Makdisi, George (1956): Autograph Diary of an Eleventh-Century Historian of Baghdad, I-V. Bulletin of th School of Oriental and African Studies 18, S. 9-31 und 239-260.

Makdisi, George (1986): The Diary in Islamic Historiography. Some Notes. History and Theory 25, S. 173-185.

Richardson, Kristina (2012): Difference and Disability in the Medieval Islamic World. Blighted Bodies. Edinburgh.

Sajdi, Dana (2013): The Barber of Damascus: Nouveau Literacy in the 18th-Century Ottoman Levant. Stanford.