Archiv der Kategorie: Wissensgeschichte

tmah013 Notizbuch eines Webers

Seit über 100 Jahren schlummerte in der Forschungsbibliothek Gotha ein Schatz: das Notizbuch des Webers Kamal ad-Din aus Aleppo, der im 16. Jh. seine Begegnungen mit Offizieren, Händlern und Bekannten anderer Religionen aufschrieb. Somit gibt er uns einzigartige Einblicke in den Alltag im osmanischen Syrien, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen.
Unabhängig voneinander haben Prof. Kristina Richardson (City University of New York, http://qcpages.qc.cuny.edu/~krichardson/Welcome.html) und Dr. Boris Liebrenz (FU Berlin, http://fu-berlin.academia.edu/BorisLiebrenz) dieses Notizbuch vor einigen Jahren entdeckt und werden es demnächst als Edition (gedrucktes Buch mit wissenschaftlichen Studien) veröffentlichen. Als exklusive Sneak-Preview spreche ich in dieser Episode mit Boris über die Geschichte dieses (bislang) einzigartigen Notizbuches, seine Inhalte und seine Bedeutung für die historische Forschung.

Sobald die Edition erscheint, wird sie hier verlinkt.

Lesetipps zur Vertiefung:

Liebrenz, Boris (2016): Die Rifāʿīya aus Damaskus. Eine Privatbibliothek im osmanischen Syrien und ihr kulturelles Umfeld. Leiden.

Makdisi, George (1956): Autograph Diary of an Eleventh-Century Historian of Baghdad, I-V. Bulletin of th School of Oriental and African Studies 18, S. 9-31 und 239-260.

Makdisi, George (1986): The Diary in Islamic Historiography. Some Notes. History and Theory 25, S. 173-185.

Richardson, Kristina (2012): Difference and Disability in the Medieval Islamic World. Blighted Bodies. Edinburgh.

Sajdi, Dana (2013): The Barber of Damascus: Nouveau Literacy in the 18th-Century Ottoman Levant. Stanford.

 

tmah008 Buchkultur und Wissensvermittlung

Im 13. Jh. gehörten Syrien und Ägypten zu den belesensten Gesellschaften weltweit. Bücher (vor-)lesen, schreiben und verbreiten waren ganz wichtige Bestandteile des Alltags für Herrscher, Schüler, Gelehrte und auch Abd al-Karim, den Bäcker.
Wie wir uns Autoren, Lesepraktiken, Bibliotheken und Wissenstransfer in diesen Gebieten zwischen dem 11. und 16. Jh. vorstellen können, erklärt uns Prof. Dr. Konrad Hirschler vom Institut für Islamwissenschaft der Freien Universität Berlin.

Lesetipps zur Vertiefung, alles von Prof. Hirschler (Englisch):

Medieval Damascus: Plurality and Diversity in an Arabic Library – The Ashrafīya Library Catalogue, Edinburgh (Edinburgh University Press) 2016. ISBN 9781474408776.

The Written Word in the Medieval Arabic Lands: A Social and Cultural
History of Reading Practices
, Edinburgh (Edinburgh University Press) 2012. ISBN 978-0-748-64256-4.

Medieval Arabic Historiography: Authors as Actors, London (RoutledgeCurzon) 2006. ISBN 978-0-415-38377-6.